Tod des eigenen Kindes – Teil 2

Wie schon im ersten Teil dieser Reihe geschildert, möchte ich nun kurz vor dem Jahresende noch einige Einblicke in unser Leben gewähren, wie es derzeitig und in den Vergangenen Monaten verlief.

Nach wie vor hadern wir beide sehr mit dem Tod unserer geliebten Tochter und bekommen schon wieder das grauen von Corona vor die Nase gesetzt. Kliniken gehen in den Notbetrieb über und Operationen werden wieder verschoben. Die Gedanken Kreisen da schon wieder wie im letzten Jahr das schrecklich genug war.

In der zwischen Zeit haben wir Berlin den rücken gekehrt und sind nach Brandenburg gezogen in eine Kleinstadt die für sich durch unrühmliche Beschlüsse einer Ex-Bürgermeisterin zu einer Steueroase geworden ist… mehr eventuell dazu später in einem seperaten Beitrag.

Die ersten Wochen hier waren sehr schwierig für uns, da jeder für sich beschäftigt war, abclich hatte so ziemliche psychische Abstürze erleben müssen, die nach wie vor anhalten, aber nicht mehr so häufig sind. Unser Kind ist etwa vier Wochen nach ihrem Tode von uns beigesetzt worden. Die letzte Ehre konnte ich Ihr noch erweisen, indem ich sie im Sarg zu Ihrem Grab getragen hatte. Es war ein Wunsch von mir, Ihr noch mal sehr nahe sein zu dürfen. Nach und nach haben wir uns darum gekümmert, das Ihr Grab ordentlich bepflanzt wurde und wir auch ein Kreuz zu Ihrem Geburtstag aufgestellt haben. Wir feierten nur zu dritt) in kleinster Runde noch Ihren Geburtstag und haben es noch so weit wie möglich schön gemacht.

Nach wie vor fehlt etwas, ich kann es kaum in Worte fassen. Im Oktober haben wir dann durch einen Kriminalbeamten erfahren, das Sie hätte doch noch leben können, wenn sie rechtzeitig operiert worden wäre. Nach wie vor laufen die Ermittlungen in Berlin und wir haben zusätzlich uns rechtlichen Beistand geholt, der sich in dieser Materie auskennt und uns dann irgendwie die ganzen Berichte für uns lagen Übersetzen kann. Ja, das ist auch so ein Teil, der uns noch sehr beschäftigt.

Seit August 2021 war ich auch wieder beruflich tätig in einem kleinen Systemhaus als IT-Systemadministrator. Im November habe ich aus eigenem Antrieb dort gekündigt, da ich dort ständig mit einer Angestellten, die fetzen flogen. Genaueres werde ich hier aus rechtlichen Gründen nicht öffentlich schildern. Jedenfalls ja werde ich im Dezember 2021 die nächste Anstellung antreten, diesmal aber im öffentlichen Dienst.

Dennoch, das, was bleibt, ist immer noch die zu sehrgeführte emotionale Denkweisen von uns beiden. In vielen Artikeln, dies in diesem Themenbereich gibt, wird immer wieder davon gesprochen, das Paare sich deswegen trennen, da eine offene Kommunikation kaum bis gar nicht mehr stattfinde

Es ist sehr belastend für alle, gerade weil wir immer noch keine psychotherapeutische Hilfe bekommen aufgrund von Personalmangel. Es ist erschreckend, wie Krankenkassen da einen im Stich lassen. Sie geben die volle Verantwortung ab und sagen ja, das ist ja nicht unser Problem. Doch es ist das Problem der Krankenkassen. Würden sie eine ordentliche Leistung erbringen, so würden sie entsprechend auch weniger ausgeben und so zieht sich der ganze Rattenschwanz weiter und weiter.

Alles Rumkauern bringt nun auch nichts und mittlerweile sind es nun fast acht Monate her, wo es passiert ist. Wir machen zwar nur sehr kleine Fortschritte, wenn man es so bezeichnen kann. Dennoch versuchen wir unser leben wieder in eine geordnete Bahn zu lenken. Wir werden schauen, was uns in nächster Zeit erwartet und ich werde hier an dieser Reihe in loser Folge weiter schreiben.