Angst vor einem richtigen Winter?

Am ersten Februar Wochenende 2020 soll es laut Deutschen Wetterdienst einen sehr starken Wintereinbruch wie zu 1976 geben. Durch die besondere Wetterlage, die sich durch den Bruch des Polarwirbels ergibt, bekommen wir nun auch hier in Berlin einen weiteren Wintereinbruch mit zweistelligen Minus Graden. Ganz ehrlich, es wird Zeit, das die Kälte wieder Einzug hält in unseren Straßen. Aber auch die Natur sehnt sich nach einer richtigen Auszeit. Wenn ich mich so erinnere, habe ich den letzten großen Wintereinbruch mit Schnee bis zu den Knien hoch ende der Achtzigerjahre erlebt im südlichen Brandenburg.

Die Nachrichten Überschlagen sich vor lauter Rekordwerte, da fragt man sich, was das soll? Ganz ehrlich, diese Scharfmacherei nervt einfach. Leider ist unsere Gesellschaft so negativ eingestellt, dass sie nicht weiter denkt, als wie sie sehen können. Die Natur benötigt diese kalte Zeit, damit sich die Bäume, insbesondere die Fichten, die in den letzten Jahren viel erleiden mussten, von Ihrem Parasiten dem Borkenkäfer befreit wird. Mittlerweile sieht man ja rund um den Brocken im Harz, wie sehr dieses Insekt die Bestände der Fichten geschadet hat.

Daher sehne ich schon sehr lange einen deftigen Winter entgegen. Das letzte mal, wo ich es noch direkt weiß, wo es ein sehr kalter Winter war, ist Anfang der 2000ner Jahre, als ich bei der Bundeswehr noch Rekrut war. Zum Teil minus 17 °C herrschten auf märkischen Boden. Die bestätigten Tiefstwerte für Berlin, die wohl um die -12 °C sein Sollen sind da echt noch gemütlich. Sicherlich, wenn der Sturm wirklich noch einsetzten wird, dann kann es hier und da auch ungemütlich werden.

Aber was soll das Ganze immer nur noch auf die Wirtschaft zu schauen. Diese ist doch Pandemie bedingt eh fast am Boden und so bleiben dann die Leute auch endlich mal in Ihren vier Wänden! Die einigen Unverbesserlichen die mit Ihrem Auto unterwegs sein werden wird es definitiv geben und denen wünscht man dann, das sie stecken bleiben und die Versicherungen nicht für die Abschleppkosten Aufkommen werden.

Der öffentliche Nahverkehr wird voraussichtlich auch in Teilen dann stillgelegt sein, was hier und da zu Frust führen wird gerade für die Mitarbeiter die nicht von zu Hause aus arbeiten können aufgrund Ihres Berufes. Diese Menschen können einen leidtun, aber alle anderen haben einfach drinnen oder vor Ihrer Haustür zu bleiben, so wie es die Regierung schon seit Monaten fordert.

Genießt diese Wintertage, zeigt den Kindern, wie Winter wirklich sein kann. Sicherlich möchte ich jetzt niemanden Anstacheln gegen jede Vernunft raus zu gehen da ich ja schon weiter oben beschrieben habe, dass es nicht zwingend nötig ist, die vier Wände zu verlassen aber falls ja dann bitte geordnet und gesittet zum Spaziergang durch die nahe gelegenen Parks und Wälder von Berlin mit dem nötigen Respekt vor der Natur und den derzeit geltenden Sonderbestimmungen und nicht alle wie die Tauben auf einen Haufen zu hocken, um dann eine halbe stunde am Rodelberg anzustehen damit das Kind oder Ihr selbst 5 Meter runter rodeln könnt. Das wäre in dieser Zeit nicht wirklich angemessen. Mit den Kleinen kann man auch wunderbar Spuren lesen gehen aber bitte nicht direkt bis zum Ende der Spur, den die Tiere des Waldes und der Parks brauchen auch noch Ihre ruhe.

Man kann in der Situation das Positive heraus ziehen und nicht ständig Ängste streuen. Es ist einfach nur sehr verwunderlich, warum die Medien das nicht positiv darstellen. Gerade jetzt in dieser schweren Zeit wäre es doch viel besser für die menschliche Psyche ein Signal, dass hier etwas Wunderbares passiert. Die Sichtweise das man effektiv leichter Ängste als Freude herüber bringen kann, sollte jeden klar sein. Ängste polarisieren, beim Schönen hätte man ja keine wirkliche Erfolgsmeldung zu verzeichnen.

Letztendlich kann ich diese Frage nach der Angst vor einem richtigen Winter selbst nicht beantworten, da ich es einfach als Chance für die Natur sehe, sich zu reinigen, von balast zu befreien und aber auch das schwächere Insekten, Tiere und Pflanzen zum ruhen kommen. Das klingt jetzt hart, aber es ist der natürliche Kreislauf. Der Mensch versucht dies durch ständige Einmischung möglichst zu verhindern. In bestimmten Randbedingungen mag dies ja sinnvoll sein, aber muss es jedes Mal sein?

Aus Angst kann auch stärke und der Willen der Veränderung in der Situation erwachen. Man muss es nur zulassen und auch umsetzen wollen. So sehe ich dies jedenfalls für mein Leben so.